Zum Hauptinhalt

Stefan Demming Ⓓ in Zusammenarbeit mit KMRU ⇈
DEKOLONIALWARENLADEN

⑤ Stadthausgalerie maps
Do 27.6. 16:00–22:00

Fr 28.6. 12:00–20:00

Sa 29.6. 12:00–20:00
So 30.6. 12:00–16:00

Geschichte erlebbar machen – das ist das Ziel dieses ungewöhnlichen Ladens, der als lebendiges Archiv und Rauminstallation zur Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe einlädt. Global und lokal. Eine akustische Spurensuche beginnt, die unmittelbar in die Gegenwart führt.

„Was heißt dekolonisieren?“ Dieser Frage haben sich der Künstler Stefan Demming und der Musiker KMRU (Joseph Kamaru) gemeinsam verschrieben. Post-Kolonialismus meint nicht (nur) die Befreiungskämpfe ehemaliger Kolonien, sondern auch die Beschäftigung mit den Verhältnissen unserer heutigen Welt, deren Ungleichheit ohne Wissen um den Kolonialismus und seine Folgen nicht zu verstehen ist. Daher gilt es zuzuhören und herauszufinden, was war – und was ist. Der DEKOLONIALWARENLADEN zieht für vier Tage im Rahmen des Festivals FLURSTÜCKE in die Stadthausgalerie, ins Zentrum von Münster. Hier entsteht – angelehnt an die Einrichtung früherer Kolonialwarenläden – eine temporäre Landschaft aus Gebrauchtmöbeln. Sie ist zugleich ein Audio-Archiv, das Stimmen und Beiträge von Menschen bündelt, die sich mit Fragen des (Post-)Kolonialismus aus unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen. Sie sprechen zu denen, die zuzuhören bereit sind. Das berührt beispielsweise den Umgang mit dem Völkermord an den Nama und Herero ebenso wie gegenwärtige Zustände in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Religion. Es geht um Abhängigkeiten und missionarischen Eifer. Lokal und global.

Der DEKOLONIALWARENLADEN ist nicht nur ein sprechender, sondern auch ein klingender Raum. Verbunden werden die Stimmen durch eine Komposition, die sich in Teilen von den Besucher:innen beeinflussen lässt. Sie stammt von KMRU, der hier seine Klang-Forschungen zum immateriellen Erbe des Kolonialismus aus seinem Projekt „Temporary Stored“ fortsetzt. Schließlich wird der Laden auch zur Bühne für Lesung, Gespräch und Konzert. So öffnet die künstlerische Spurensuche einen Raum, in dem die Besucher:innen persönlich wie auch gemeinsam der Frage nachgehen können: „Wie können wir dekolonisieren?“